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Der Schultag an der Waldorfschule beginnt mit dem fast zweistündigen Hauptunterricht: Über mehrere Wochen hinweg wird dasselbe Fach im sogenannten Epochenunterricht gegeben. An den Hauptunterricht schließt der Fachunterricht an.
Der Epochenunterricht:
In 3- bis 4- wöchigen Lerneinheiten, den sogenannten Epochen, wird jeweils ein Hauptgegenstand vermittelt: Deutsch, Rechnen, Formenzeichnen, Sachkunde (Ackerbau,
Handwerk, Naturkunde, Hausbau, Heimatkunde). Durch den Hauptunterricht wird eine besonders intensive, gründliche und vielseitige Auseinandersetzung mit den Unterrichtsinhalten ermöglicht. Der Stoff kann mit allen Sinnen erfasst werden. In dem Hauptunterricht integriert ist der "rhythmische Unterrichtsteil",
in dem Sprachübungen, Gesang, Flöten- und Instrumentalspiel, kleine Rollen- und Theaterspiele und rhythmische Bewegungspiele stattfinden. Der Haupt- unterricht schließt mit dem Hören einer fortlaufenden Geschichte im Geschichtsteil ab.
Der Fachunterricht:
Im Fachunterricht werden Sprachen (Englisch und Italienisch), Musik und Instrumentalspiel, Handarbeiten, Eurythmie, Spielturnen/Turnen, Malen, Religion, Gartenarbeit und Übstunde unterrichtet.
Jahrgangsmischung:
Wir haben sehr gute Erfahrungen mit Jahrgangsmischung in kleinen Gruppen gemacht. Jahrgangsmischung entsteht durch das Doppelklassensystem: zwei aufeinanderfolgende Schulstufen, z. B. 1./2. bzw. 3./4. Klasse, werden in
einer Klasse unterrichtet. Jüngere Schüler können von älteren Schülern lernen, ältere Schüler lernen Verantwortung zu übernehmen und Vorbild zu sein. Auch kann so, oft schon gelernter Stoff durch die Wiederholung vertieft und verinnerlicht werden.
Das bewegte Klassenzimmer 1. und 2. Klasse:
Aufmerksamkeit und Konzentration ist, und das wird
zunehmend bewusster, nicht automatisch gleichzusetzen mit Ruhe und Bewegungslosigkeit. Mit Blick auf das Kind lässt sich leicht feststellen, dass Bewegung eine der Grundvoraussetzungen für das Lernen ist. Sie ist „Motor“ und „Mittler“ des Lernens.
Das kindliche Lernen beruht überwiegend auf Eigenaktivität und geht von sinnlichen Erfahrungen, von Wahrnehmungen und Empfindungen anhand konkreter Sinneseindrücke aus. Wir Erziehende können diese Eigenmotivation dadurch fördern, dass wir spontane Bewegungen und Einfälle zulassen und damit vielfältiges Lernen ermöglichen.
Behutsam können wir die Kinder anregen ihre Bewegung zielgerichteter, gesteuerter und bewusster einzusetzen. Dabei ist es wichtig, Bewegung nicht als reinen Selbstzweck erfahrbar zu machen, sondern anzustreben, dass die äußere Bewegung einer inneren seelischen Geste oder Haltung entspringt.
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